Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen

Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Maßnahmendatenbank

Wasserstoffbusse - Anschaffung und Einsatz


Kommune / Landkreis

Rodgau / Offenbach

Beschreibung

Spätestens im Jahr 2023 werden 75 % der eingesetzten Busse im Stadtbusverkehr von Rodgau auf der Linie OF-40 durch Brennstoffzellenbusse ersetzt. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss im Dezember 2020, die Verkehrsleistung Stadtbus, Linie OF-40, für den Zeitraum Dezember 2021 bis Dezember 2029 mit Optionsverlängerung von zwei Jahren europaweit auszuschreiben. Dabei sollen mindestens sechs Busse als Wasserstoffbusse und die restliche Anzahl als emissionsarme Dieselbusse (Euro VI) angeschafft werden. Diesem Beschluss voraus ging eine Testphase, in der drei alternativ betriebene Busse bewertet wurden: ein Elektrobus, ein Gasbus und ein Wasserstoffbus. Es wurde versucht, alle drei Antriebe möglichst unter gleichen Bedingungen zu testen (Strecke, Umläufe, Wochentage). Der Test ergab, dass der Wasserstoffbus eine ausreichende Reichweite aufweist, um im Regelverkehr eingesetzt zu werden. Aus technischer Perspektive hat sich für Rodgau herausgestellt, dass durch den großen Anteil an Stopp & Go-Verkehr sowie den mehrheitlichen Tieflastbetrieb im Stadtverkehr ein elektrischer Antrieb mit Energierückgewinnung, somit ein Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzelle, am effizientesten ist. Zusätzlich gilt der Brennstoffzellenmotor als 100 % emissionsfrei. Mit Blick auf die Klimabilanz bedeutet das, dass bei einem Einsatz von nur sechs Wasserstoffbussen die Einsparung von 420 Tonnen CO2 im Vergleich zu herkömmlichen Dieselbussen zu erreichen ist. Mit sechs Wasserstoffbussen erfüllt die Stadt Rodgau zusätzlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Europäischen Union, die 2019 in der überarbeiteten „Clean Vehicles Directive“ festgeschrieben wurden. Das gilt zum einen für die strengen Vorgaben, die ab 2025 gelten sowie für die Kriterien, die ab 2030 gelten sollen. Somit werden die Kriterien für die Teilnahme an allen einschlägigen Förderprogrammen von EU, Bund und Land sowohl bei der Errichtung der Infrastruktur als auch bei der Beschaffung der Busse erfüllt. Ebenfalls zu bewerten ist die Produktion des benötigten Kraftstoffes. Beim Wasserstoffbus gilt als wirklich klimaneutral der „grüne Wasserstoff“, der mithilfe von regenerativen Energien gewonnen wird (z.B. Kläranlage und/oder Photovoltaik). Die Errichtung einer Wasserstofftankstelle könnte als eigenständiges Projekt mit eigener Wasserstofferzeugung oder über ein interkommunales Projekt mit einer oder mehreren Kommunen aus dem Umkreis realisiert werden. Die Herstellung von grünem Wasserstoff sowie der Bau einer eigenen Wasserstofftankstelle sind daher bereits in Prüfung. Die nächsten Handlungsschritte sind somit die Anschaffung klimafreundlicher Busse ab 2021 sowie die Machbarkeitsstudie zur Herstellung von grünem Wasserstoff.

Handlungsfeld

Car-Sharing und ÖPNV

Typ

politische Zielsetzung, Vorgaben oder Unterstützung

Finanzierung

(teil-)finanziert durch Förderprogramm

Status

geplant

Beginn der Maßnahmen-Umsetzung

2022

Ansprechpartner

Herr Markus Ebel-Waldmann, Betriebsleiter Stadtwerke Rodgau


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